«Rettet das Spiezerli» – Stand der Dinge

Wie weit ist das Projekt «Rettet das Spiezerli»? Welches ist der aktuelle Spendenstand? Kann der Zeitplan eingehalten werden? Diese und andere Fragen stellen wir Gerhard Schmid, dem Präsidenten der Dampferfreunde Thuner- und Brienzersee:

Gerhard Schmid, Präsident der Dampferfreunde Thuner- und Brienzersee,
informiert über den aktuellen Stand zur Rettung des Spiezerli.

 

MS Spiez in voller Fahrt (Erscheinungsbild vor Stilllegung 2008).

 

Seit rund zwei Jahren wird Geld gesammelt, wie ist der Stand?
Aktuell beläuft sich der Spendenstand auf 1,4 Mio. Franken. Erstaunlicherweise treffen kleinere und grössere Spenden aus der ganzen Schweiz ein. Vom fünfjährigen Knirps, der sein Kässeli mit CHF 9.65 geleert hat, bis zur älteren Dame, die erklärt hat, an Stelle eines Grabsteines wolle sie auf dem «Spiezerli» auf der Gönnertafel verewigt werden. Freuen konnten wir uns ebenfalls über eine Spende von CHF 10000.– von einer Dame aus New York/USA. Was auch immer wieder passiert ist, dass auf Todesanzeigen vermerkt wird, «an Stelle von Blumen möge man die Aktion ‹Rettet das Spiezerli› berücksichtigen»; in zwei Fällen wurden wir sogar als Miterben eingesetzt. Zahlreich sind auch Spenden, welche an Hochzeiten, Geburtstagsfesten oder sonstigen Veranstaltungen gesammelt werden. Die grösste Einzelspende im Betrag von CHF 30000.– erhielten wir von einem langjährigen Gönner aus Thun, worüber wir uns natürlich ausserordentlich freuten.   
Mit welchen Kosten wird für die Renovierung gerechnet?
Wir gehen nach wie vor von einer Gesamtsumme von rund 2,5 Mio. Franken aus. Davon erhoffen wir uns Naturalleistungen von gut CHF 500000.–. Die «IG Spiezerli» mit den Herren Urs Hauenstein und Matthias Zellweger haben sich zum Ziel gesetzt, mit lokalen Unternehmern dieses Ziel zu erreichen. Das bedeutet, dass wir noch rund eine halbe Mio. Franken an Spenden sammeln müssen. Dazu haben wir noch im nächsten und übernächsten Jahr Zeit. Es ist sicher eine anspruchsvolle Aufgabe, aber wir sind überzeugt, dass uns all unsere Freunde und Sympathisanten nicht im Stich lassen.

Unterstützt die Kant. Denkmalpflege das Projekt?
Ja, die Denkmalpflege hat ihre Mitarbeit zugesichert, ein Vertreter ist sogar Mitglied der Baukommission. Ob und welchen Beitrag wir allenfalls aus dem Lotteriefonds erhalten, ist noch nicht bestimmt.

Wie weit ist die Planung bzw. wann beginnen die Renovationsarbeiten?
Als erstes konnten wir das Schiffsingenieurbüro SHIPTEC Luzern beauftragen, das Bauprojekt zu erstellen und das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr (BAV) vorzubereiten. Die entsprechende Plangenehmigungsverfügung ist bei uns am 9. August 2012 eingetroffen. Auf Grund dieser Verfügung läuft im Moment bis 15. Oktober 2012 das Einholen von Honorarofferten bei vier Schiffsingenieurbüros für die Ausführungsplanung und Oberbauleitung.

Die diesbezügliche Beauftragung erfolgt anfangs November 2012, gleichzeitig können wir dann mit den ersten Arbeiten beginnen.
Wir sind also auf gutem Weg, insbesondere die Genehmigung durch das Bundesamt für Verkehr garantiert, dass das Vorhaben aus Sicht der Vorschriften realisiert werden kann. Unser Ziel ist nach wie vor die Wiederinbetriebnahme im Frühling 2014. Allerdings können wir nur Arbeiten vergeben, soweit die Finanzierung gesichert ist. Dies ist wie oben erwähnt noch nicht zu 100% der Fall, deshalb läuft unsere Sammelaktion weiter.

Wird das «Spiezerli» wieder mit einer Dampfmaschine betrieben?
Natürlich hätten wir den ehemaligen Schraubendampfer liebend gerne revaporisiert. Eine passende Occasionsmaschine wäre allenfalls vorhanden. Diese Variante hätte jedoch Mehrkos­ten von rund zwei Mio. Franken zur Folge. Ohne zwei oder drei richtige Grosssponsoren übersteigt diese Option schlicht unsere Möglichkeiten. Wichtig scheint uns, dass wir das «Spiezerli» als solches erhalten, mit Jahrgang 1901 ist es schweiz­weit das älteste und letzte Schiff dieses Typs. Im Vordergrund steht, dass wir nichts verbauen und eine spätere Generation unter Umständen wieder eine Dampfmaschine einbauen kann.

Wie wird das «Spiezerli» nach der Revision eingesetzt?
Das genaue Einsatzkonzept steht noch nicht. Die BLS-Schifffahrt hat jedoch versichert, dass das Schiff neben Charterfahrten auch regelmässig öffentliche Rundfahrten anbieten wird; dieser Punkt ist für uns von grösster Bedeutung.

Interview: Freunde der Dampfschifffahrt

Bilder: zvg

 

HELFEN SIE MIT – JEDER FRANKEN ZÄHLT!

Damit wir besonders grosszügige Spenderinnen und Spender entsprechend würdigen können, wird auf dem renovierten «Spiezerli» eine Gönnertafel angebracht. Verewigen auch Sie Ihren Namen auf dem Schiff zu folgenden Bedingungen:

Einzelpersonen       
Ehepaare, Familien   
Vereine, Institutionen       
Gemeinden, Firmen, Stiftungen   

Spende ab CHF 1‘000.–  
Spende ab CHF 1‘500.–
Spende ab CHF 2‘500.–
Spende ab CHF 5‘000.–


Zusätzlich zum Eintrag auf der Gönnertafel werden Sie zur festlichen Eröffnungsfahrt des renovierten «Spiezerli» eingeladen.

Spendenkonto: Dampferfreunde Thuner- und Brienzersee,
Postcheck Nr. 30-538142-1, Vermerk «Rettet das Spiezerli»

Wir danken allen Spender/innen herzlich.


AUFRUF!

Im Winter gehts mit ersten Rückbauarbeiten am «Spiezerli» los.

Wer stellt sich für freiwilligen Arbeitseinsatz zur Verfügung?

Bitte melden bei: BLS Schifffahrt, Ruedi Storchenegger,
Tel. 058 327 48 21.

Projekt MS Spiez, Freunde der Dampfschifffahrt Thuner- und Brienzersee – so soll das renovierte «Spiezerli» aussehen.

 

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